Ariel Pink: Dedicated To Bobby Jameson

Ariel Pink: Dedicated To Bobby Jameson

Mexican Summer/Alive

VÖ: 15.09.2017

 

Wertung: 4/12

 

Ariel Pink hat schon eine beachtliche Diskografie vorzuweisen. Warum sein bisheriges Schaffen komplett an mir vorbeigelaufen ist, wird nach dem ersten Antesten seines neuen Albums „Dedicated To Bobby Jameson“ ganz schnell klar. Auch ein zweiter und dritter Durchlauf machen es nicht besser oder hörbarer. Für seinen Stil hat man extra eine neue Schublade aufgemacht: New Weird America wird das also benannt. Das Kind braucht ja schließlich einen Namen und wenn das Ergebnis leicht neben der Spur ist, dann kriegt es eben ein schickes „Weird“ verpasst.

 

Das Album ist nicht komplett für die Tonne, nein, es hat sogar durchaus seine Momente. Man fragt sich aber die ganze Zeit, ob der Künstler seine Hörer nicht eher verarscht. Gut, die Texte sind auch nicht gerade von philosophischer Ernsthaftigkeit durchdrungen und der Lo-Fi-Sound gehört natürlich zum Konzept. „Time To Meet Your God“ nervt aber gewaltig. „Feels Like Heaven“ klingt dafür wie ein Demo von Fleetwood Mac. „Death Patrol“ ist nun wirklich kein Song. Mit der richtigen Bezeichnung lässt sich aber auch das noch beim nächsten Indie-Hipster an die Frau und den Mann bringen.

 

„Santa´s In The Closet“ hört sich nach Falco im Dauerrausch an. Ganz ehrlich, das ist nicht mal witzig. Mit dem Titeltrack „Dedicated To Bobby Jameson“ gibt es dann fluffigen Lo-Fi-Pop auf die Ohren. Das ist sogar ganz gefällig. „Time To Live“ ist eine Klangcollage der übelsten Sorte. „Another Weekend“ könnte man sich auch von Beck in seiner Folkphase mit psychedelischem Einschlag vorstellen. Ist also gut. Das Album ist sowieso ein Sammelsurium der Stile. „I Wanna Be Young“ hört sich nach 70er Jahre Band mit verunglücktem Sound an.

 

„Bubblegum Dreams“ ist allerdings geil. Indierock mit ordentlichem Klang. Ein Hit. Den Text einfach nicht beachten. „Dreamdate Narcissist“ läutet dann The Doors im Ariel Pink-Stil ein. Herrje. „Kitchen Witch“ lugt dann eher mal bei den 80ies vorbei. Geht gut ins Ohr, keine Frage. Aber muss das wirklich sein? „Do Yourself A Favor“ schließt sich im 60er Beatles-irgendwas-Demostil an. Nach „Acting“ hat man es dann überstanden.

 

Fazit: „Dedicated To Bobby Jameson“ von Ariel Pink ist ein bunter Strauß der Musikstile im Lo-Fi-Gewand. Die Recherche ergab, dass man das New Weird America nennt. Nun denn. Das entlockt einem einmalig ein müdes Lächeln und dann ist das Album auch schon wieder vergessen.

 

http://ariel-pink.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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