Alina: Die Einzige

Alina: Die Einzige

Universal

VÖ: 20.10.2017

 

Schlager ist ja wieder En Vogue. Junge Leute fühlen sich dazu hingezogen - warum auch immer?! Es werden dabei weniger die Altstars, die unsere Großeltern schon angehimmelt haben, gehört, sondern deren junge Enkeln. Eine ganz neue Generation erobert jetzt sogar die Stadien. Gut, ein Stadion zu füllen schafft nur Eine. Wir wissen ja alle, wer da gemeint ist. Trotzdem hat sich in ihrem Fahrwasser eine ganz neue Schlagerkultur gebildet. Jetzt mag man denken, bitte nicht noch eine neue Künstlerin, die dieses Genre beackert. Mit Alina gibt es nun aber eine vielversprechende Dame, die sich für ihr Debüt den Schlagerpop auf die Fahnen geschrieben hat!

 

Sechzehn Songs beinhaltet das Debüt. Produzententeam Dasmo & Mania ist ja eher im Hip-Hop zu finden. Umso spannender dürfte es sein, was sie mit den Songs von Alina angestellt haben. Zunächst mal müsste man sich die Gretchenfrage stellen: Schlager oder Pop? Pop oder Schlager? Beides! „Die Einzige“ vereint eben beide Welten. Alina klingt dabei nicht wieder wie eines dieser Popmäuschen, sondern kann tatsächlich mit einer klassischen, vielleicht sogar geschulten Stimme punkten. Thematisch dreht es sich meist um Herzschmerzthemen - sowie mit der Albumeröffnung „Herzstreik“. Musikalisch erinnert das sogar an eine deutsche Ausgabe von Leona Lewis.

 

„Die Einzige“ ist die Überballade des Albums. Da gibt es die ganze Palette. Jede Menge Pathos. Jede Menge Herzschmerz. Die Suche nach der großen Liebe. Alle sind glücklich, nur man selber findet die große Liebe nicht. Ist das nun autobiografisch? Alina wird sicher da so ihre Erfahrungen gemacht haben, sonst könnte sie das nicht mit solcher Inbrunst singen. „Nie Vergessen“ geht in eine ähnliche Richtung. Das Album kann einen – sofern man gerade Liebeskummer hat – schon herunterziehen. Der poppige Schlagerrefain ist zwar musikalisch etwas positiver gestimmt, wer sich aber gerade in einer Lebenskrise befindet, wird davon sicher vollends in den Staub geschmissen werden.

 

Das zieht sich durch einen großen Teil des Albums. „Mit Grösse Gehen“ oder „Kompass“ wird weder musikalisch noch thematisch eine andere Richtung eingeschlagen. Es gibt ganz viel Herzschmerz - auch wenn letztgenannte Nummer positiver ausfällt. Der Kompass zeigt Alina, wo ihr Zuhause ist. „Für Mich Schon Liebe“ könnte man sich übrigens auch von Silbermond vorstellen. „Titan“ ist dann der Popschlager mit Dancepotenzial. Tut an dieser Stelle mal ganz gut. Mit „Immer Wenn Es Weh Tut“ geht es aber wieder zurück in das Tal der Tränen. Das ist zwar auch im Schalgerdancepop zu verorten, wer aber auf den Text achtet, wird schnell wieder zum Trauerkloß. „Kind Sein“ ist gesanglich natürlich ganz stark. Die Moll-Klänge überwiegen auf diesem Album allerdings und „Schönheitskönigin“ oder „Auch Wenn Du Fehlst“ sind nicht gerade ein Füllhorn der Fröhlichkeit.

 

Fazit: Alina ist ein neuer Stern am deutschen Pophimmel mit Fokus in Richtung Schlager. Sie macht aber nicht diese fröhliche, nichtssagende Musik für die Schützenzelte der Republik. Es gibt aber sehr viel Moll, sehr viel Schwermut, sehr viel Herzschmerz zu hören. Alina kann sicherlich gut singen, ob der Markt – und damit die potenzielle Käuferschicht – das annehmen wird, muss sich erst noch zeigen. Das Partyvolk kriegt mit „Die Einzige“ sicher keine neue Kost geboten.

 

http://www.alinamusik.de/

 

Text: Torsten Schlimbach

S U C H E
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