Alexander Hirsch: Hier Draußen

Alexander Hirsch: Hier Draußen

Motor

VÖ: 17.11.2017

 

Wertung: 5/12

 

Der Hamburger Alexander Hirsch hat in Leipzig Germanistik und Musikwissenschaften studiert. Dieser Weg zeichnete sich ja fast schon ab. Mit sieben Jahren spielte er Klavier und Gitarre, sang aber auch mit seiner Mutter im Chor. Mit fünfzehn trommelte er dann in einer Punkband. Jetzt hat er sein erstes eigenes Album geschrieben und mit seiner Band im Hamburger Ton Hotel Studio aufgenommen und selbst produziert. Hirsch hat sich nun wohl ein ganzes Stück von dem entfernt, was ihn als Teenager umgetrieben hat. „Hier Draußen“ hat mit Punk nämlich ungefähr so viel zu tun, wie der 1.FC Köln mit der Vergabe der Deutschen Meisterschaft – nämlich nichts! Leider hat sich Hirsch auch diesem Poeten und Befindlichkeitspop gewidmet, der momentan sowieso schon den Markt überflutet.

 

Und damit ist fast schon alles gesagt. Natürlich hat Alexander Hirsch intelligente Texte, was aufgrund seines Studiums nicht weiter überraschend ist. Oder anders gesagt: Allerweltsgeschichten mit intelligenten Worten aufbereitet. Es bleibt letztlich aber austauschbar und belanglos. So wie bei den ganzen anderen Herren auch, die immer so klingen, als hätte man ihnen das Nutella-Brötchen geklaut. Da hilft es auch nichts, dass bei „So Weit“ die wundervolle Alin Coen als Duettpartnerin dabei ist.

 

Es ist nicht so traurig wie bei Philipp Poisel, gleichwohl „Wenn Sie Tanzt“ teilweise in eine ähnliche Richtung geht. Das erinnert natürlich auch nicht nur aufgrund des Titels an Max Giesinger. Alexander Hirsch phrasiert jedoch anders als seine Kollegen. Dies ist dann aber kein Alleinstellungsmerkmal, sondern so wie er das bei „Lauf Junge“ oder „Fauer“ macht, nervt es einfach nur. In „Hier Will ich Sein“ erzählt uns Hirsch, dass er angekommen ist, glücklich ist. Es interessiert aber nicht. Es interessiert aber auch nicht, ob das nun fiktiv ist oder doch einen realen Bezug hat. Und so wird man auf diesem Album immer weiter mit Befindlichkeitspop vollgesäuselt. In „Das Ende“ nervt der Gesang, der immer leicht neben der Melodie liegt. Betonung und Phrasierung sind jenseits von Gut und Böse. Es wird bis „Einmal Pinguin Seh´n“ nicht mehr besser werden.

 

Fazit: Mit Alexander Hirsch kommt nun der nächste Deutschpoet an und veröffentlicht mit „Hier Draußen“ sein Debüt. Braucht man das? Wer von dem Genre nicht genug bekommen kann, wird das wohl bejahen. Alle anderen werden schreiend weglaufen. So auch der Rezensent, denn diese Schwemme der Belanglosigkeiten ist unterträglich.

 

https://www.alexander-hirsch.de/

 

Text: Torsten Schlimbach

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