Alex Mofa Gang: Ende Offen

Alex Mofa Gang: Ende Offen

Redfield Records/Alive

VÖ: 21.06.2019

 

Wertung: 8,5/12

 

Für die Alex Mofa Gang lief es die letzten Jahre richtig gut. Zwei Alben, jede Menge Konzerte und eine stetig wachsende Anhängerschaft haben dafür gesorgt, dass die Kapelle auf gesunden Beinen steht. Trotzdem sollte beim dritten Album die Vorgehensweise etwas anders gestaltet werden. Eine Pause von der Bühne musste her und eine Deadline, damit an den neuen Songs nicht zu lange gewerkelt wird. Die Alex Mofa Gang schloss sich im Studio ein und das Ergebnis ist „Ende Offen“.

 

Mit dem dritten Album schließt sich dann auch ein Kreis und im Grunde ist dies das Ende einer Trilogie. Die Songs funktionieren allerdings auch für sich alleine und man muss nicht unbedingt das Debüt und den Nachfolger auf dem Schirm haben, um „Ende Offen“ zu verstehen. Wenn die „Helden Deiner Jugend“ besungen werden, dann dürfte sich sowieso jeder Hörer angesprochen fühlen. Ja, die Zeiten kommen nicht mehr zurück und wer in den 90ern seine Musiksozialstation hatte, wird da vielleicht ein Tränchen im Knopfloch haben. Musikalisch erinnert das übrigens an Aki Bosse. Das gilt aber natürlich nur für jede Nummer auf dem Album. „Nacht Aus Gold“ geht eher in die Krafklub-Richtung.

 

Schön ist auch die Geschichte „Hinter Den Fassaden“. Die Anonymität der Großstadt und deren Mietshäuser zeichnet nicht unbedingt ein gutes Bild von unserer Gesellschaft. Der luftig leichte Pop kommt dabei mit einer ganz kleinen Prise Melancholie daher. „Kleine Schwester Grössenwahn“ hat was von Selig. Ach ja, politisch ist das durchaus auch öfters. „Düsenjäger“ beispielsweise. Auch das ist ein bisschen an Kraftklub angelehnt. Auf „Erstmal Für Immer“ folgt „Es Ist Vorbei“. Letztgenannter Song wurde textlich sehr schön aufgebaut. Die Alex Mofa Gang hat zudem immer eine tolle Melodie oder Hookline im Gepäck, wie bei „Mensch, Ludger!“.

 

Fazit: Die Alex Mofa Gang beendet mit „Ende Offen“ eine Art Trilogie. Die Jungs haben dabei jede Menge tolle Popmelodien im Gepäck, die aber auch immer auf den Wurzeln des Punk erbaut wurden. Die Texte sind durchaus ein Spiegelbild unserer Zeit. Das Album ist ein Beweis dafür, dass deutschsprachige Musik so viel besser als der Müll aus dem Radio sein kann!

 

https://amg2019.artistbutze.de/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch