Alex Diehl: Bretter Meiner Welt

Alex Diehl: Bretter Meiner Welt

Universal

VÖ: 15.04.2016

 

Wertung: 8/12

 

Alex Diehl aus Traunstein ist wohl so etwas wie der Prototyp des DIY-Musikers. Schon in ganz jungen Jahren hatte er den Traum Musiker zu werden. Er konnte da schon Schlagzeug, Gitarre und Klavier spielen. Zudem schien ihm auch eine passable Gesangsstimme in die Wiege gelegt worden zu sein. Er schmiss die Schule und versuchte fortan Fuß in diesem riesigen Haifischbecken zu finden. Neben Auftritten in kleinen Clubs hielt er sich als Gitarrenlehrer über Wasser. Beharrlichkeit zahlt sich eben aus. Und Können. Alex Diehl konnte 2014 mit „Ein Leben Lang“ sein erstes Album veröffentlichen. Jetzt also „Bretter Meiner Welt“.

 

Die Voraussetzungen für „Bretter Meiner Welt“ könnten nicht besser sein und die Zeichen stehen auf Erfolg. Im Februar belegte Diehl mit „Nur Ein Lied“ einen sensationellen zweiten Platz beim Vorentscheid für den Eurovision Song Contest 2016. Der Song, den er direkt nach den Terroranschlägen vom 13. November 2015 in Paris schrieb, traf einfach den Nerv der Zuschauer. In diesen Tagen darf man das sicherlich als gutes Zeichen werten.

 

Hört man sich „Bretter Meiner Welt“ in Gänze an, dann wird ganz schnell klar, was Alex Diehl von seinen Kollegen unterscheidet. Dies geschieht übrigens völlig unabhängig davon, ob man die Musik nun mag oder nicht: „Bretter Meiner Welt“ ist authentisch, weil es Alex Diehl ist. Das ist keine Reißbrettmusik, sondern ehrliche Mucke. In „Hör Auf...!“ singt der Künstler davon, dass man auf sein Herz hören soll. Dieses Lied bringt dieses Album hier wunderbar auf den Punkt. Diehl ist seinem Herz gefolgt hat und somit ein sehr lebendiges Werk aufgenommen. Handgemachte Musik – wo findet man die in dieser Schlagzahl noch? Dazu noch analog!

 

„Bretter Meiner Welt“ geht musikalisch in die Singer/Songwriterecke. Hin und wieder gibt es ein paar Ausreißer in das Rockfach. Ganz dezent natürlich. Der Titelsong „Bretter Meiner Welt“ lässt es auch mal krachen. „In Meiner Seele“ schleppt sich musikalisch eher ruhig dahin, aber der gute Alex singt, als ginge es um Alles. Er schreit bisweilen. Dann geht das ein bisschen in die Grönemeyer-Richtung, nur dass man Diehl auch versteht.

 

Meist liegt über den Liedern wie „Bitte Werde Nie Ein Song“ oder „Auf Der Suche“ eine große Prise Melancholie. „Silvester“ dürfte bei den meisten Hörern einen dicken Kloß im Hals hinterlassen. Die Nummer hat Diehl für seinen verstorbenen Freund David geschrieben. „Ein Zeichen“ ist eine Art Duett bei dem Laith Al-Denn mit von der Partie ist. Ein guter Track für Leute jenseits der 20, vielleicht sogar 30. „Im Jetzt“ zeigt dann ganz zum Schluss, dass Diehl durchaus mit beiden Füßen in der Gegenwart steht. Es ist gut so, wie es ist. Und: es ist an der Zeit Mensch zu sein!

 

Fazit: Die Bretter, die für Alex Diehl die Welt bedeuten, sind spärlich und klein. Der Mann braucht eben nicht viel. Sollen doch bitte andere auf die ganzen Taschenspielertricks setzen. Die Musik von Alex Diehl funktioniert nämlich auch ohne viel Brimborium. Handgemacht und ehrlich. Man hört den Songs an, dass da ganz viel Herzblut drinsteckt. Authentisch ist da wohl das passende Wort. Das ist nicht spektakulär, aber das muss es auch nicht. Vielleicht steckt sogar eine Portion Naivität in diesen Liedern, aber auch das ist überhaupt nicht negativ. Alex Diehl scheint eine grundehrliche Haut zu sein. Viel Erfolg mit „Bretter Meiner Welt“!

 

http://www.alex-diehl.de/

 

Text: Torsten Schlimbach

S U C H E
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