Ady Suleiman: Memories

Ady Suleiman: Memories

Pemba/Indigo

VÖ: 09.03.2018

 

Wertung: 10/12

Tipp!

 

Auf das Debüt-Album von Ady Suleiman musste man lange warten. Nun wird „Memories“ endlich veröffentlicht. Etwas überraschend dürfte sein, dass dafür mit „Pemba“ eigens ein Label gegründet werden musste. Suleiman wurde von Gilles Peterson immerhin als Breakthrough Act of the Year auserkoren. Touren mit Michael Kiwanuka und Lianne La Havas sprechen ja ebenfalls für sich. Die bisher veröffentlichten EPs ließen ebenfalls aufhorchen. Alle Titel für „Memories“ wurden übrigens von dem 21-jährigen Singer/Songwriter geschrieben und co-produziert.

 

Ady Suleiman nennt Amy Winehouse gerne als Inspiration und musikalische Referenz. „Memories“ ist zwar ein (Neo)Soulalbum, aber von einer Amy Winehouse ein ganzes Stück entfernt. Suleiman singt zurückhaltender und sanfter. Das erinnert hin und wieder sogar an Marvin Gaye. Auch musikalisch klingt er wie eine moderne Version von Gaye. Das manifestiert sich schon mit „I Remember“. Der Song fängt fast nur von der Stimme getragen an, nimmt dann aber an Fahrt auf und groovt sich ein. Dann gesellen sich noch Bläser dazu und der anfänglich melancholische Song kriegt eine positive Wendung. Eingebettet wird das in ein warmes Klangewand. Eine großartige Albumeröffnung!

 

„Need Somebody To Love“ ist musikalisch eher beim Singer/Songwriterfach einzusortieren. Den gesanglichen Rhythmus, den Suleiman hier wählt, kennt man aber auch vom Rap. „Longing For Your Love“ ist dann endgültig beim Storytelling angekommen. Ady Suleiman singt sich hier die Seele aus dem Leib. Nach hinten raus nimmt das Stück sogar eine leichte Wendung hin zum Jazz. Das treibende „Serious“ und das an James Blake erinnernde „Say So“ lassen keine Zweifel daran, dass Ady Suleiman ein ganz großes Talent in die Wiege gelegt wurde. Hoffentlich kriegen das auch genug Leute – auch ohne großes Label und Vertrieb im Rücken – mit!

 

Im Grunde ist „Memories“ - Song, wie auch das gesamte Album – eher von dunklen Themen durchzogen: Depression, verlorene Liebe, erfolglose Sinnsuche. „If I Die“ ist der erste Song, der etwas dahinplätschert, aber mit „Not Giving Up“ - bereits vorab ausgekoppelt – ist Ady Suleiman ein ganz großes Ding gelungen. Mit „Loving Arms“ wirft er noch mal sein ganzes Gesangsspektrum in die Waagschale.

 

Fazit: Ady Suleiman ist trotz seiner Jugend schon unfassbar weit. Der Mann hat ein ganz großes Musikverständnis. Er ist ein herausragender Sänger, der auf „Memories“ immer genau das richtige macht: kompositorisch, gesanglich, aber auch die Arrangements und die musikalisch Umsetzung betreffend. Diesen Mann muss man definitiv auf dem Zettel haben und wer auch nur im Ansatz etwas mit Soul und R&B anfangen kann, sollte „Memories“ dringend kaufen!

 

https://www.adysuleimanofficial.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

Ady Suleiman: Not Giving Up (Single)

Ady Suleiman: Not Giving Up (Single)

Sony

VÖ: 15.09.2017

 

Tipp!

 

Nächstes Jahr wir das Debüt-Album von Ady Suleiman veröffentlicht. Vorab gibt es mit „Not Giving Up“ eine Single daraus zu hören. Diese Nummer scheint an einen ganz bestimmten Menschen gerichtet zu sein. Trotzdem gibt es für diesen kaum Hoffnung. Man gibt diese Person nicht auf, möchte gerne helfen, kann aber nicht, weil sich die Person nicht helfen lassen möchte und sich auch nicht selbst helfen kann. Musikalisch erinnert das an den großartigen Michael Kiwanuka. Suleiman durfte Kiwanuka ja auch schon als Support Act begleiten. Die Nummer hat Soul, Pop, R&B in einem Song vereint. Zudem kann der gute Ady wirklich hervorragend singen und diese Art der Phrasierung wurde ihm in die Wiege gelegt. Das kann man nicht lernen, das geschieht rein intuitiv.

 

Mit „Say So“ gibt es einen zweiten Song, der ein bisschen anders ausgelegt ist. Hier gibt es mehr Beats zu hören. Das stolpert auch schon mal oder bricht ab. Das ist die James Blake-Schule. Der Gesang ist ebenfalls famos und natürlich ist der Refrain so angelegt, dass sich die Nummer unweigerlich in die Gehörgänge schleicht.

 

Fazit: Ady Suleiman wurde einst als Breakthrough Act of the Year gekürt. Warum das so ist, kann man nun auf der herausragenden Single „Not Giving Up“ nachhören. Die Messlatte für das Debüt wird so aber auch extrem hoch gelegt. Anfang nächsten Jahres wissen wir dann, ob die zu hoch gelegt wurde. Suleiman hat aber definitiv das Zeug dazu, den Soul, Pop und R&B zu bereichern.

 

http://www.adysuleimanofficial.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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