Adam Naas: The Love Album

Adam Naas: The Love Album

Universal

VÖ: 21.09.2018

 

Wertung: 9/12

 

Die selbstbetitelte Debüt-EP von Adam Naas weckte in der Branche Begehrlichkeiten. Der Franzose galt schnell als heißes Eisen. Es ging für ihn zwar nicht ungebremst durch die Decke, aber auf den einschlägigen Portalen wurde ihm doch eine größere Aufmerksamkeit zuteil. Trotzdem machte er nicht den Fehler schnell ein unausgegorenes Album nachzulegen. Erst jetzt, zwei Jahre später, wird mit „The Love Album“ sein Debüt über die volle Distanz veröffentlicht.

 

Anhand des Albumtitels lässt sich unschwer ablesen, dass der 26-jährige Pariser Songs über die Liebe geschrieben hat. Über alle Facetten der Liebe – also auch die traurigen Seiten. Diese präsentiert er aber derartig anmutig, dass einem selbst da das Herz aufgehen kann. Die Stimme von Naas ist schon ganz speziell. „Shalalalove“ erinnert teilweise an Macy Gray. Er hat durchaus eine soulige Stimme, die aber keineswegs geübt zu sein scheint. Der Mann verlässt sich anscheinend auf sein reines Bauchgefühl.

 

Er macht aber nicht nur Soulmusik, denn „Cherry Lipstick“ ist ganz tief in den Poptopf gefallen. Und er ist mutig. Wer das Album mit einem souligen Schmachtfetzen wie „No Love Without Risk“ eröffnet, muss von sich schon ziemlich überzeugt sein. Solche Nummern kommen ja eher im letzten Drittel eines Albums. Das erinnert übrigens an Prince. „True Intimacy“ ist melancholisch, durch den Beat aber durchaus auch tanzbar. Die Backgroundchöre, die sich hier überall tummeln, sind das sprichwörtliche Salz in der Suppe. „I Want To Get Close To You“ ist abermals sehr nahe an Prince angelehnt. Das eher düstere „Strange Love“ ist dabei ebenso tanzbar wie auch „He´s Gonna Kill Me“. Adam Naas geht dabei auch schon mal ins Falsett – ohne zu nerven. Die Mischung aus Soul, R&B, Pop und Dancelementen ist in Verbindung mit der Stimme tatsächlich ziemlich aufregend.

 

„Love Is Never To Blame“ ist sogar ganz großes Kino. So stellt man sich moderne Gospelmusik vor. Da muss man sich seiner Gänsehaut nicht schämen. Sakral und erhaben kommt das daher. Ganz toll! „When You´ve Holding Me“ ist der tieftraurige Abschluss. Wer gerade Liebeskummer hat, sollte dieses melodisch unfassbar traurige Liedchen besser nicht hören.

 

Fazit: Adam Naas hat mit „The Love Album“ ein tolles Debüt aufgenommen. Zwischen Soul und R&B, zwischen Dance und Gospel ist das alles unglaublich fein austariert. Aufgebaut wurde das auf einem Popfundament. Die ungewöhnliche Stimme, die Phrasierung und Intonation sind ziemlich speziell, ergeben im Gesamtkontext aber ganz tolle Lieder und letztlich dann auch ein sehr hörenswertes Album!

 

https://www.facebook.com/adamnaasmusic/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch