Acoustic Garden: Concept Emotional

Acoustic Garden: Concept Emotional

Soundtopeople

VÖ: 23.02.2018

 

Wertung: 6/12

 

Vom Songschreiber für Dance-Acts bis zum Folk ist eigentlich ein weiter Weg. Nicht so für Frank Bülow. Einst erledigte er Auftragsarbeiten für Culture Beat und ATC, jetzt ist er für Acoustic Garden tätig und hat einen gänzlich andere Richtung eingeschlagen. Country und Folk ist jetzt sein Ding. Zur Seite stehen ihm Sven Wittmann, Stefan Zirkel und Fabian Michel. Die Herren sind aber nicht nur als Musiker am Start, denn sie können auch alle einzeln singen. 5-stimmiger Satzgesang gehört dann auch noch dazu. Zusammen sind sie Acoustic Garden.

 

Das Album „Concept Emotional“ soll internationalen Ansprüchen genügen. Aufgenommen wurden die Songs im Trick-Studio in Rauenberg. Gemischt wurde in L.A. und Nashville. Wie das so ist, wenn wir Deutsche versuchen Folk und Country zu spielen, hört sich das unter dem Strich aber nur nach ein Coverband an, die zwar jedes Festzelt beschallen kann, mehr aber dann auch nicht. Handwerklich ist das gut umgesetzt und singen können die Herren ganz sicher auch, aber das klingt alles wenig authentisch und zu bemüht.

 

„Not Ready To Lose“ bringt das ganze Dilemma der Platte gleich zu Beginn zum Vorschein. Die Instrumentierung ist schon gut und auch die Produktion klar und deutlich. So ist der Bass als führendes Instrument sehr schön herausgearbeitet worden. Die Strophen kommen dann auch noch einigermaßen authentisch rüber, spätestens der Refrain ist aber derart entlarvend, dass da die deutsche Provinz durchschimmert. Zum Schluss gibt es dann auch noch den Mitsingpart für das Bierzelt. „Always“ ist sogar gähnend langweilig. Dann folgt natürlich die obligatorische Ballade, die an dieser Albumstelle eben immer platziert wird. „The Present“ ist aber gut. Kitschig? Ja. Verträumt auch. Man nimmt den Song Acoustic Garden aber durchaus ab.

 

„Change The Weather“ fängt wie ein Elton John-Song an, geht aber schnell in eine andere Richtung. Wer Garth Brooks jetzt auch für einen authentischen Country-Sänger hält, ist hier sicherlich richtig. Der Satzgesang ist aber schon gut, keine Frage. „Back To Basics“ versucht dann genau das. Nein, Rootsmusik ist das keineswegs. Das ist derart aufgesetzt, dass es schon peinlich wird. Hatten wir eigentlich schon ein Blasinstrument? Nein? „How Can You Say?“ schließt diese Lücke dann auch noch. Klingt nach Boyband. „Cowboy´s Don´t Cry“ versucht sich dann auch noch am Rock. „The One And Only“ kennt man ja von Chesney Hawkes. War ja auch ein großer Hit. Damals. Das wird hier so interpretiert, wie es auch The BossHoss auf furchtbare Art und Weise tun würden. Kommt ja anscheinend gut an. Ach ja, „Room With A View“ gibt es auch noch. Jetzt im Santiano-Style. Nee Leute, echt nicht.

 

Fazit: „Concept Emotional“ ist ein Country- und Folkalbum, welches aber letztlich wie eine Karikatur des Genres wirkt. Im Waschzettel kann man da was von den Eagles und Crosby, Stills, Nash & Young lesen. Davon sind Acoustic Garden allerdings so weit entfernt, wie der 1.FC Köln vom Gewinn der Champions League. Genre-Fans können hier gerne mal reinhören und wer sich in den Festzelten der Republik wohlfühlt, wird an dem Album vielleicht auch seinen Spaß haben.

 

https://www.facebook.com/acousticgardenmusic/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch