Abstürzende Brieftauben: Doofgesagte Leben Länger

Abstürzende Brieftauben: Doofgesagte Leben Länger

Weserlabel/Indigo

VÖ: 23.09.2016

 

Wertung: 7/12

 

Es gab einst eine Band, von der hatte jeder Schüler eine Kassette im Schrank stehen. Na gut, die Menschenhasser natürlich nicht, die setzten auf den dumpfen Rock mit rechtem Unterbau aus der sogenannten Mainmetropole. Was hat sich im Jahre 2016 geändert? Kassetten kennen die Schüler nur noch von Bildern und die unsägliche Kapelle mit Parolen für die geistigen Tiefflieger ist mittlerweile konsensfähig, während die andere überhaupt keine Rolle mehr spielt. Damals, im Erfolgsstrom von Die Ärzte, waren aber auch die Abstürzende Brieftauben erfolgreich. 1997 löste sich die Band auf, fand aber 2002 noch mal zusammen. 2006 starb Konrad Kittner an Herzstillstand. Damit schien auch eine Reunion unmöglich geworden zu sein. Mirco Bogumil hat mittlerweile aber einen neuen Mitstreiter gefunden und jetzt gibt es doch glatt ein neues Album! „Doofgesagte Leben Länger“ ist die erste Platte seit 1994!

 

Im Grunde ist bei den Tauben alles wie gehabt. Das Cover wurde nach bekanntem Muster gestrickt und irgendwie ruft das auch jede Menge Erinnerungen hervor. Es fühlt sich trotzdem irgendwie anders an. Das liegt sicher auch am eigenen Alter. Es ist ja auch eine gefühlte Ewigkeit her, dass man ein Album der Abstürzende Brieftauben aufgelegt hat. „Doofgesagte Leben Länger“ reiht sich jedenfalls ganz prima in das bisherige Schaffen ein.

 

Es gibt sechszehn Punksongs der altbewährten Klasse. Schneller als die Polizei erlaubt. Natürlich, was auch sonst? Drei Akkorde, mehr braucht es ja auch nicht. Wer immer noch im Gestern lebt, kriegt mit „No Future War Gestern“ sein Fett weg. „Keine Termine“ lässt vom Titel her ja schon keine Fragen offen. Harald Juhnke wird da auch noch mal gefeiert. Das freut doch alles das Punkerherz. „Ausschlafen“ geht in eine ähnliche Richtung und selbstverständlich werden die Ordnungshüter mit „Die Blumen Sind Für Sie Herr Polizist“ gefeiert. Politisch war die Band ja sowieso stets unterwegs. Deutlicher als mit „Nie Wieder Pegida“ geht es dann wohl nicht.

 

Fazit: Die Abstürzenden Brieftauben sind zurück und es ist alles wie gehabt. Also wie 1988. Oder 1996. Punkmusik mit einem Augenzwinkern. Politisch wird es sowieso und auch sonst gibt es ein paar Watschen für alle, die den Arsch auf die eine oder andere Weise nicht hochkriegen. Am Sound hat sich nicht viel geändert. Eigentlich alles gute Gründe sich zu freuen. Blöd nur, dass man keine 16 mehr ist!

 

https://www.facebook.com/doofgesagte/?fref=ts

 

Text: Torsten Schlimbach

S U C H E
Loading

Empfehlen Sie diese Seite auf:

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch