Pat Metheny: The Unity Sessions (DVD)

Pat Metheny: The Unity Sessions (DVD)

Edel

VÖ: 18.09.2015

 

Wertung: 8/12

 

Pat Metheny dürfte einer der vielseitigsten und besten Gitarristen der Welt sein. Man sollte mit solchen Listen der Besten zwar immer vorsichtig umgehen, Pat Metheny gehört aber definitiv dort auf die vordersten Plätze. Der Mann, der eigentlich von der Trompete kommt, hat durch sein extrem facetten- und variantenreiches Spiel Generationen von Gitarristen geprägt. Er hat zudem immer wieder einer Vielzahl von Kollegen geholfen deren Musik zu verschönern und zu verbessern. Sein extrem melodiöses Spiel ist im Jazzbereich ziemlich einzigartig. Dies alles kann man nun auf „The Unity Sessions“ überprüfen. Neben der Blu-ray erscheinen die mehr als zwei Stunden auch auf DVD.

 

Der 20fache Grammy Gewinner lud zu einem intimen Auftritt in einem kleinen Theater in New York City die Filmcrew ein. Dies markierte auch gleichzeitig das Ende seiner insgesamt 150 Konzerte umfassende Welttournee. Die Pat Metheny Unity Group dürfte zu seinen besten Formationen gehören, mit der er zudem immer wieder erstklassige Arbeit abgeliefert hat. „The Unity Sessions“ ist aufgrund der musikalischen Darbietung für Fans und Experten sicher eine kleine Sensation und eine Leistung der Extraklasse. Wer mit Jazz nur bedingt etwas anfangen kann, für den wird „The Unity Sessions“ zu einem anstrengenden Konzertereignis werden.

 

Man fragt sich schon gleich zum Auftakt mit „Genealogy“ ob die Band überhaupt noch zusammenspielt. Was die Herren da zwischen Improvisation, Jam und Fusion leisten, ist schier unglaublich. Herausragend ist das Saxofon und der Bass. Auch bei „One Day“ oder „This Belongs To You“ könnte man ja meinen, dass die Gitarre überhaupt nicht im Fokus steht. Pat Metheny ist ja auch keiner der in der Bühnenmitte steht und seine Band hinter sich versammelt. Es ist ein harmonisches Miteinander. Hört man genauer hin, dann fällt es einem aber wie Schuppen von den Augen, denn Metheny entlockt seinem Instrument Klänge, die teilweise nicht mehr an ein herkömmliches Gitarrenspiel erinnern. Das ist für Feinschmecker schon sensationell. Es wird übrigens erst mit „Born“ etwas ruhiger und dann malt Metheny die schönsten Bilder mit seinem Instrument.Es ist zwar nicht Sinn und Zweck einer DVD, aber hier empfiehlt es sich ausdrücklich mal die Augen zu schließen und in die Musik einzutauchen.

 

Man fragt sich hier öfters, wie es die Musiker schaffen einen solchen Wahnsinnsritt, den sie da im D-Zugtempo veranstalten, über diese Distanz auf brillante Art und Weise zu bewerkstelligen. Das fragen sich auch die Musiker, wie man im Bonusmaterial hören kann. Die physischen Anstrengungen einer solchen Show, die mehr als zwei Stunden dauert, sind schon enorm. Gerade bei dieser Tour, denn sonst – auch das erfährt man im Bonusmaterial – dauert so ein Metheny-Auftritt auch mal „nur“ 75 Minuten. Trotz aller Anstrengung verliert keiner den Faden. Es ist eine hochkonzentrierte Angelegenheit einer ganz famosen Band.

 

Das wäre ja alles ziemlich toll, wenn das Bild nicht wäre. Die Kameraführung und der Schnitt sind eigentlich ganz wunderbar und sehr ruhig und so kann man die Musiker – insbesondere Metheny – sehen, wie sie sich in andere Spähren spielen. ABER die ganze Geschichte ist einfach viel zu dunkel. Die DVD wurde auf verschiedenen Playern abgespielt und überall war das Ergebnis ähnlich, nämlich das der Spaßfaktor aufgrund des oftmals sehr dunklen Bildes doch einigermaßen eingeschränkt ist. Das ist insofern sehr schade, da selbiges sonst einen sehr guten Eindruck macht und auch der Ton jede noch so kleine Feinheit offenbart.

 

Fazit: „The Unity Sessions“ ist für Pat Metheny- und Jazzfans eigentlich eine herausragende Geschichte. Es gibt einige ganz tolle Songs aus dem Schaffen des Ausnahmegitarristen zu hören und auch die Kameraführung, der Schnitt und der Ton sind toll. Leider ist das Bild an vielen Stellen sehr dunkel und das trübt den guten Gesamteindruck doch merklich. Was alles auf der Gitarre und im Jazzgenre möglich ist, zeigt uns Pat Metheny und seine grandiose Band auf eindrucksvolle Art und Weise. Schließt man die Augen, dann ist das ein Hochgenuss!

 

http://www.patmetheny.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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