Mord Auf Shetland (Staffel 1 DVD)

Mord Auf Shetland (Staffel 1 DVD)

Edel

VÖ: 14.04.2017

 

Wertung: 6,5/12

 

Ann Cleeves ist wohl das, was man eine Erfolgsautorin nennt. „Mord Auf Shetland“ ist eine britische Krimiserie, die auf ihren Romanen basiert und aufbaut. Wie der Titel unschwer erkennen lässt, spielt sich die Serie auf den schottischen Shetland-Inseln ab. Man darf hier also eine spektakuläre Kulisse erwarten. Letztlich ist es dann auch die raue Landschaft, die der heimliche Star von „Mord Auf Shetland“ ist. Knapp 23.000 Einwohner verteilen sich auf die große Fläche. Dies ist somit ein toller Schauplatz und die wenigen Bewohner der Inseln selbstverständlich verschroben. Wind und Wetter tragen zur besonderen Atmosphäre bei.

 

„Mord Auf Shetland“ stellt Detective Inspector Jimmy Perez, gespielt von Douglas Henshall, in den Mittelpunkt des Geschehens. Der Ermittler ist gebürtiger Shetlander, der nach dem Tod seiner Frau mit seiner Stieftochter Cassie zurück auf die Inseln kehrt. Der leibliche Vater von Cassie lebt hier übrigens auch noch. Die beiden Männer verstehen sich dann auch noch relativ gut. Cassie langweilt sich und würde lieber shoppen oder einen Burger essen gehen oder wenigstens mal auf einen Baum klettern wollen. Eine Teenagerin, die die Einsamkeit nicht genießen kann. Verständlich! Perez steht die verschrobene Tosh zur Seite. Damit wäre das Panoptikum perfekt. Allerdings können die Schauspieler ihre Rollen nur sehr wenig mit Leben füllen. Charakterstudie ist nicht gerade die Stärke dieser Serie.

 

Insgesamt ist „Mord Auf Shetland“ sehr dialoglastig und zieht sich wie Kaugummi. Vor der malerischen Kulisse mutet das manchmal wie eine Rosamunde Pilcher-Verfilmung an. Ein Spannungsbogen ist praktisch auch nicht vorhanden. Es ist doch ein bisschen wenig einzig und alleine auf die Landschaftsaufnahmen zu bauen.

 

Da wird mal eine Teenagerin tot an einem Strand gefunden. Ihre Freundschaft zu einem alten Mann wird selbigem schnell zum Verhängnis. Erfahrene Krimifans wissen natürlich, dass dies nicht alles gewesen sein und so ist es dann auch und ein alter Fall von vor 19 Jahren rückt in das Interesse der Ermittler. Dann wiederum muss DI Jimmy Perez den Tod eines Freundes aufklären. Der Journalist kam bei einem Autounfall ums Leben. Plötzlich rückt die Umweltzerstörung in den Fokus und es scheint so, als wäre der Journalist an einer heißen Story dran gewesen. Selbst auf den Shetland-Inseln gibt es Stalker. Die Biologin Anna Black, die ebenfalls einem Mord zum Opfer fällt, hatte nämlich mit einem solchen zu kämpfen, abgesehen davon lag ihre Ehe auch noch in Trümmern.  

 

Mit Abstand die langweiligste Folge ist allerdings der Pilotfilm „Im Kalten Licht Des Frühlings“. Mal aussen vor gelassen, dass sich der Titel kaum erschließt, ist die Story wirklich hanebüchen und todlangweilig. Die Figuren bleiben hier nun wirklich blass. Die Anlagen sind eigentlich gut, denn der geschehene Mord hat seinen Ursprung im Zweiten Weltkrieg. Die Verbindung zweier Familien wird aber kaum logisch aufgebaut. Es geschieht dann auch noch ein zweiter Mord und ein Norweger, der so ziemlich mit jeder (jungen) Frau der Insel ins Bett steigt, spielt dann auch eine Rolle. Oder auch nicht. Als Zuschauer nimmt man das alles völlig emotionslos hin.

 

Bild und Ton sind gut, allerdings haben die Boxen ja aufgrund der Dialoglastigkeit recht wenig zu tun. Die Landschaftsaufnahmen sind zunächst beeindruckend, aber irgendwann hat man dann auch den Eindruck, dass man jegliche Kameraperspektive und jeden Grashalm nun schon oft genug gesehen hat.

 

Fazit: Wer gerne Krimis guckt, dabei aber auf eine ruhige Erzählweise setzt und es mag, wenn die Spannungsschrauben nicht allzu sehr angezogen werden, der wird mit „Mord Auf Shetland“ bestens unterhalten werden. Die beeindruckenden Landschaftsaufnahmen sind dann auch noch wie aus einer Rosamnunde Pilcher-Verfilmung entsprungen.  Der heimliche Star dieser Serie sind sowieso die Shetland-Inseln, aber auf Dauer ist das dann doch etwas wenig.

 

Text: Torsten Schlimbach

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