Hugh Laurie: Live On The Queen Mary

Hugh Laurie: Live On The Queen Mary (DVD)

Edel/Eagle Vision

VÖ: 18.10.2013

 

Wertung: 9/12

 

Das aktuelle Album von Hugh Laurie wurde dieses Jahr bei uns ja schon ziemlich abgefeiert, da gibt es nun auch noch den visuellen Nachschlag. Am 26. März betrat der Sänger und Schauspieler mit seiner famosen Kapelle, der Copper Bottom Blues Band, das Kreuzfahrtschiff Queen Mary. Ein Traum ging in Erfüllung. Da kann der Künstler von Glück sprechen, dass das Schiff zurzeit ständig in Longbeach vor Anker liegt. Und sein Publikum natürlich. Es war schon eine ganz exklusive Veranstaltung an diesem 26. März 2013 - selbstverständlich wurde dies auch bildlich festgehalten.

 

Zum eigentlichen Ereignis kommen wir noch, das beachtlichstes Material auf dieser DVD ist nämlich die Dokumentation „Copper Bottom Blues“. Hugh Laurie begibt sich hier auf die Suche nach seinen musikalischen Wurzeln. Auf der Suche seinen musikalischen Traum zu verwirklichen und einmal auf der Queen Mary aufzutreten. Wie er da mit seinem Köfferchen durch die Szenerie stolpert, ist schon fast wieder goldig. Seine Stimme aus dem Off begleitet ihn dabei und erzählt, wie er zur Musik kam und wie ihn diese gepackt hat. Auslöser für seinem Traum auch auf der Queen Mary aufzutreten war Professor Longhair, der für Laurie eine musikalische Legende ist. Natürlich spielt auch der Chicago-Blues eine Rolle – und Muddy Waters. Hugh Laurie ist Fan und das Leuchten in seinen Augen gleicht dem der Kinder am Weihnachtsabend. Wenn er die größte „Vintage Collection“ der Welt besucht und im Gitarrenparadies steht, dann ist das derart herzig, dass jeder Musiknerd weiß wie Hugh Laurie sich fühlt. Die Reise endet vorläufig auf der Queen Mary, aber bis dahin hängt man an den Lippen von Hugh Laurie. Abgesehen davon ist diese Dokumentation sehr schön aufbereitet und erklärt sehr gut die Zusammenhänge – von England bis nach New Orleans. Und wer dann noch weiter ins Detail gehen möchte, kriegt ein Interview geboten, welches über 20 Minuten noch mehr in die Tiefe geht.

 

Das Konzert ist selbstredend aufgrund der Umgebung schon anders als andere Veranstaltungen. Die Zuschauer sitzen da an ihren Tischen und in direkter Tuchfühlung zu Laurie und seiner Band. Selbige hat sich der Umgebung entsprechend gekleidet und interagiert sehr viel mit dem Publikum. Laurie erzählt zwischen den Songs auch gerne mal einen Schwank aus der Kuriositätenkiste. Gespielt werden selbstverständlich Songs seiner Alben „Let Them Talk“ und „Didn´t It Rain“, aber auch anderes ausgesuchtes Material. Hugh Laurie fungiert dabei als Dirigent, spielt sich aber nicht in den Vordergrund. Er weiß schon ganz genau wo seine Stärken liegen. Er singt zwar auch – und das sehr gut – überlässt seinen beiden stimmgewaltigen Backgroundsängerinnen aber oft genug das Feld. Er klopft dann zur musikalischen Unterstützung auch gerne mal mit einem Hammer auf sein Tasteninstrument. Er spielt Klavier, tritt aber nach der Hälfte des Konzerts auch mal an den Bühnenrand und greift in die Saiten. Allerdings überlässt er die Leadgitarre natürlich seinen Musikern. Jeder so wie er kann. Und im Verbund können sie eine ganze Menge. Man sieht allen Beteiligten den Spaß an. Dieses Konzert war für alle eine Herzensangelegenheit.

 

Erstaunlicherweise hat man es geschafft auf diesem engen Raum noch verschiedene Kamerapositionen zu finden und dies dann auch alles noch in einen guten Schnitt einzubetten. Das Bild ist erstaunlicherweise nicht immer gut. Ein Graining ist deutlich sichtbar und auch ein Rauschen immer wieder vorhanden. Der eine oder andere Pixelfehler hat sich auch eingeschlichen. Es ist nicht so, dass es sonderlich störend wäre, aber da es sich um eine aktuelle Produktion handelt, verwundert dies schon ein bisschen. Der Sound ist in Ordnung, haut einen aber auch nicht von den Socken.

 

Fazit: „Live On The Queen Mary“ von Hugh Laurie hält das Ereignis vom 26. März sehr schön fest. Ein tolles Konzert, mit ein paar kleinen Schwächen beim Bild. Die Dokumentation ist aber sowieso der heimliche Star dieser DVD und mehr als nur das Salz in der Suppe. Hier ist das Herz am richtigen Fleck und die Musik wird gelebt und geliebt. Musik wie sie ehrlicher nicht dargeboten werden kann. Eine schöne Geschichte.

 

http://didntitrain.hughlaurieblues.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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