Gentleman: MTV Unplugged (Blu-ray)

Gentleman: MTV Unplugged (Blu-ray)

Universal

VÖ: 05.12.2014

 

Wertung: 9/12

 

Gentleman wurde die große Ehre zuteil als erster Reggaekünstler in der MTV Unplugged-Reihe aufzutreten. Auch, wenn dieses Format nicht mehr die Reichweite seiner Hochzeit hat, ist es für den betreffenden Künstler immer noch eine schöne Geschichte und da die ganze Sause ja sowieso auf CD, DVD und Blur-ray veröffentlicht wird, spielt die TV-Ausstrahlung ja kaum noch eine Rolle. Es fallen so natürlich die Gelegenheitsgucker weg, die dadurch überzeugt wurden und sich den Tonträger nach Hause holen, aber so ist eben mittlerweile das Geschäft. Sein Heimspiel im Kölner Stadtgarten gibt es nun nach der CD-Veröffentlichung auch auf DVD und Blu-ray zu bewundern.

 

Das Bild der Blu-ray ist überragend. Kein Graining, keine Kompressionsfehler und ein Schwarzwert, der durchaus als Referenz herhalten kann. Da die Bühne – sofern man überhaupt von einer Bühne sprechen kann – im Grunde die kompletten Konzertdistanz voll ausgeleuchtet ist, sind die Farben trotzdem sehr natürlich. Als Bildformat gibt es selbstverständlich 16:9, 1080i25 – Standard eben. Kameraführung und Schnitt sind nahezu optimal. Mit ruhiger Hand wurde da gefilmt und auch die Band und Musiker werden sehr ausführlich im Bild gezeigt und man kriegt als Zuschauer reichlich Gelegenheit geboten den Damen und Herren auf die Finger zu gucken.

 

Der Sound ist durchaus gut. Hier und da kann man im Internet lesen, dass der Klang sehr breiig wäre. Dies kann an dieser Stelle nicht bestätigt werden. Jedes Instrument – und davon gibt es nun wirklich viele hier zu hören – kommt klar und deutlich aus den Boxen. Man könnte anmerken, dass die Geschichte etwas frontlastig ist, aber das wiederum ist natürlich auch Geschmackssache. Vielleicht gab es aber auch bei den ersten ausgelieferten Scheiben einen Produktionsfehler, was wiederum das späte Eintreffen des Rezensionsexemplars erklären würde. Die vorliegende Blu-ray liefert jedenfalls ein gutes bis sehr gutes Klangerlebnis.

 

Beim Heimspiel hatte Gentleman natürlich auch seine achtköpfige Band The Evolution am Start. Weitere erstklassige Musikern aus Deutschland und Jamaika standen ihm ebenso zur Seite, wie auch einige prominente Gäste. Da die Musiker schon einen Großteil des Raumes ausfüllen, konnten ansonsten dort nur 45 Fans einen Platz finden. Die Zuschauer waren zudem handverlesen, was ja auch eine logische Konsequenz ist. Im Zentrum steht natürlich Gentleman – und Zentrum meint tatsächlich Zentrum, da er umringt von seiner Band, den Musikern und den Zuschauern, auf dem Teppich in der Mitte steht und tänzelt und sich in seine Songs vertieft. Er nimmt zwar ab und zu auf seinem Hocker Platz, aber dort hält es Gentleman meist nicht lange aus.

 

Es werden 28 Songs gespielt und nach dem Intro kommt mit „Superior“ schon der erste Knaller. Schon jetzt dürfte klar sein, dass man die Songs so noch nie zu Gehör bekommen hat. Alle Tracks wurden komplett neu arrangiert und dadurch erlebt man diese im Grunde völlig neu. Das Grundgerüst und die Melodien sind bekannt, die Umsetzung aber eben nicht. Mit sehr viel Detailliebe wurde da zu Werke gegangen. „Different Places“ oder „Tranquility“ werden von Gentleman ebenfalls vorzüglich gespielt und gesungen. Mit „To The Top“ folgt dann der erste Höhepunkt, da ihm Christopher Martin zur Seite steht. Shaggy macht bei „Warn Dem“ eine erstaunlich gute Figur.

 

Die Gästeliste kann sich sowieso sehen lassen. Einer der jungen Wilden – Milky Chance – unterstützt ihn bei „Homesick“ und mit Ky-Mani Marley hat er bei „No Solidarity“ ein echtes Genre-Schwergewicht dabei. Da ging für Gentleman sicherlich ein Traum in Erfüllung. Marlon Roudette entert die Bühne für den Mattafix-Hit „Big City Life“, der allerdings eher verzichtbar gewesen wäre. Ganz zum Schluss präsentiert er mit Ky-Mani Marley und Campino einen ganz großen Song des Genres: „Redemption Song“. Das kann natürlich bei Weitem nicht mit dem Original mithalten und Campino wirkt da eher deplatziert, aber immerhin ist allen Beteiligten der Spaß anzusehen und das ist ja auch schon mal was.

 

Fazit: „MTV Unplugged“ von Gentleman ist von der visuellen Umsetzung eine richtig gute Blu-ray geworden! Das Bild ist toll und auch der Ton kann überzeugen. Wer Reggae ganz fest in sein Herz geschlossen hat, sollte diese Blu-ray unbedingt antesten. Für Gentleman-Fans ist das sowieso ein Pflichtkauf, denn die neu arrangierten Songs werden mit sehr viel Detailliebe dargeboten.

 

http://mtv-unplugged.gentleman-music.com/de/

 

Text: Torsten Schlimbach

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