Der Hobbit: Die Schlacht Der Fünf Heere (3D Blu-ray Extended Edition)

Der Hobbit: Die Schlacht Der Fünf Heere (3D Blu-ray Extended Edition)

Warner Home Video

VÖ: 26.11.2015

 

Wertung: 10/12

Tipp!

 

Was hat der dritte Teil der Hobbit-Trilogie doch für verbale Prügel bezogen! Fans und Kritiker ließen oftmals kein gutes Haar an dem Action-Spektakel, welches mit der Buchvorlage von J.R.R. Tolkien nicht mehr viele Gemeinsamkeiten aufwies. Wie denn auch, wenn nur noch knapp 30 Seiten verfilmt werden mussten? Peter Jackson hat da richtig auf den Putz gehauen und ein Spektakel gebastelt, welches einen teilweise aber auch etwas ratlos, belustig und verärgert zurückließ. Jetzt folgt – wie es bei den beiden Vorgängern auch schon der Fall war – die Extended Edition und die ist mal wieder ihr Geld wert und wesentlich besser wie die Kinofassung! Der Film ist jetzt um 19 Minuten länger ausgefallen und dies tut der „Die Schlacht Der Fünf Heere“ ungemein gut und der Erzählfluss ist nun wesentlich schlüssiger und einige Szenen, die bisher eher als fragwürdig erschienen, werden dramaturgisch nun besser aufgearbeitet. Vielmehr stellt sich mal wieder die Frage, warum man nicht direkt dazu übergegangen ist, diese Fassung auch in die Lichtspielhäuser zu bringen?

 

Die 3D-Version verteilt sich nun auf zwei der insgesamt fünf(!) Discs! Das ist schon ganz gut so, denn bisher wirkte das teilweise seltsam verwaschen und die ursprüngliche schnöde 3D-Version stand seltsamerweise etwas auf wackeligen Beinen. Wer auf diesen Effekt, der gerade bei den immens langen und vielen Schlachtszenen häufig genutzt wird, verzichten mag, kann den Film natürlich auch in 2D ansehen. Hier hat man die Langfassung allerdings auf eine Blu-ray Disc untergebracht. Aber keine Sorge, dies wirkt sich nicht negativ aus, denn die um 19 Minuten erweiterte Version lässt keine Kompressionsartefakte erkennen. Die Detailschärfe ist schon beeindruckend und gerade bei den vielen schnellen Schnitten, Bildabfolgen und Szene- und Ortswechseln bleibt das Niveau gleichbleibend hoch. Der Schwarzwert darf sogar als Referenz gesehen werden. Wer über ein entsprechend großes Anschauungsgerät verfügt, wird auch dort keine Fehler entdecken. Kein Graining, kein Stocken – technisch gesehen ist das nahezu perfekt und brillant!

 

Die Technik sieht man allerdings auch, klar. Das ist mitunter das kleine Manko, zumindest wenn man nicht zu der Generation gehört, die mit dem ganzen CGI-Gewitter aufgewachsen ist. Selbstverständlich mangelt es da an der Natürlichkeit. Das ändert aber ja nichts daran, dass die Konturen sehr klar sind, dass die Detailschärfe brillant und der Kontrast sehr gut eingestellt ist. Das HD-Bild darf somit als Referenz bezeichnet werden! Selbiges gilt auch für den Ton in DTS HD Master Audio 7.1. Der Subwoofer kriegt aufgrund der vielen Schlachtszenen reichlich was zu tun und auch der satte, räumliche Klang vermittelt einem als Zuschauer direkt auf dem Schlachtfeld zu stehen.

 

Das Bonusmaterial ist – wie es nicht anders zu erwarten war – sehr üppig ausgefallen. Es dürfte keine große Überraschung sein, dass der heimliche Star der kompletten Trilogie mal wieder Neuseeland ist. Irgendwann ist das dann aber auch alles mal abgefrühstückt. Mittlerweile wurde das alles schon mehrfach gezeigt und man kriegt so langsam das Gefühl, dass es sich wiederholt. Nichtsdestotrotz sind die Naturlandschaften immer wieder beeindruckend und wunderschön. In den knapp 9(!) Stunden hat man aber natürlich auch die Möglichkeit einen Blick hinter die Kulissen und die Produktion zu werfen. Es stellt sich natürlich immer die Frage, ob der eigentliche Film da nicht seinen Zauber verliert, wenn da viele Details preisgegeben und die einzelnen Szenen per Green-Screen entzaubert werden. Viele Audiokommentare gewähren einem noch tiefergehende Einblicke in die Entstehung von „Die Schlacht Der Fünf Heere“. Aufgelockert wird das immer wieder durch einige lustige Begebenheiten. Und dann wären da ja noch die Anhänge…

 

Es ist sowieso völlig unverständlich, dass sich viele Kritiker immer darauf beziehen, dass hier von Jackson viel zu freizügig mit der Vorlage umgegangen wurde. Klar, die Liebesgeschichte zwischen der Elbin und dem Zwerg ist natürlich kompletter Nonsens, da man ja von Tolkien weiß, dass dies so nie stattfinden könnte, aber gerade die vielen Szenen mit Gandalf, Stichwort Dol Goldur, tragen letztlich zum besseren Verständnis bei. Jackson hat ja auch stets betont, dass er eine Brücke von „Der Hobbit“ zu „Der Herr Der Ringe“ schlagen möchte und insofern beruft er sich da eben auf die Anhänge, die er hier ebenfalls filmisch umgesetzt hat. So wird dann auch klar wo Gandalf immer mal wieder war. In der Buchvorlage verschwindet er ja ohne weitere Erklärungen. Das wurde von Jackson im Grunde gut gelöst und umgesetzt, aber keineswegs erfunden!

 

Jetzt ist sie also da, die „Extended Version“ und selbige dürfte so manchen kritischen Fan etwas versöhnen. Wer sich bisher immer daran gestört hat, dass dem Drachen Smaug zu Beginn filmisch zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde, kann sich jetzt darüber freuen, dass der Kampf mit Bard nun länger und detailreicher zu sehen ist. Ebenfalls sind die Szenen von Gandalf in Dol Goldur etwas länger ausgefallen. Dies verleiht der Geschichte auch mehr Düsternis und nimmt ihr die teilweise unfreiwillige Komik. Am sinnvollsten erscheint aber die Erweiterung der Szenen mit Dain Eisenfuß und seiner Zwergenarmee. Das plötzliche Auftreten selbiger wurde bisher ja immer mokiert. Der Schnitt ist nun wesentlich besser und ja, der Keiler und die Böcke wirken nun auch weit weniger komisch. Ebenfalls wurde der Weg der Zwerge zu Bolg um einige Szenen erweitert. Und wem zu viele Fragen offen blieben, dem sei gesagt, dass es zum Schluss dann doch noch die Grabstätte der Zwerge und die Krönung von Dain Eisenfuß zu sehen gibt.

 

Es dürfte ja auf der Hand liegen, dass die Geschichte nicht umgeschrieben wird. Wer sich also bisher an Tauriel und Legolas gestört hat, wird das auch weiterhin tun. Das unser Elbensuperheld auch sämtliche Gesetze der Physik weiterhin nicht beachten muss, ist auch klar. Unter diesem Gesichtspunkt sind die Gäule einfach mit Jackson durchgegangen und er lässt den dritten Teil dann zu einem computeranimierten Actionspektakel werden. Alles in allem ist das aber weit weniger störend, wie es immer aufgeblasen wird.

 

Fazit: Nun hat Jackson Mittelerde endgültig verlassen und sein letzter Teil der Hobbit Trilogie findet in der Extended Version von „Die Schlacht Der Fünf Heere“ nun doch noch seinen würdigen Abschluss. Bild und Ton sind natürlich wieder brillant und durchaus als Referenzwerk zu nennen. Das üppige Bonusmaterial beleuchtet das Werk aus allen erdenklichen Blickwinkeln und lässt den heimlichen Star der Reihe – Neuseeland – wieder unter die Lupe nehmen. Die 19 Minuten, die der eigentliche Film nun länger ausgefallen ist, tun dem Werk insgesamt sehr gut! Da werden einige Fragen geklärt und manches wirkt durch die längeren Sequenzen einfach wesentlich schlüssiger! Wer bis jetzt auf die Extended Edition gewartet hat, hat alles richtig gemacht!

 

Text: Torsten Schlimbach

 

TECHNISCHE DATEN BLU-RAY 3D und BLU-RAY:

 

Spieldauer: 164 Minuten ▫ Altersfreigabe: ab 12 Jahren ▫ Video: 1080p High Definition 16:9 (2.40:1) ▫ Audio: DTS-HDMA 7.1: Deutsch, Englisch; Dolby Digital 5.1: Spanisch ▫ Untertitel für Hörgeschädigte: Deutsch, Englisch ▫ Untertitel: Spanisch, Kroatisch, Türkisch, Griechisch

 

SPECIALS BLU-RAY und BLU-RAY 3D:

•Audiokommentar von Peter Jackson und Philippa Boyens (optional mit dt. Untertiteln)

•Neuseeland: Heimat von Mittelerde, Teil 3

•Trailer

•Die Anhänge, Teil 11: Der aufziehende Sturm

•Die Hobbit-Chroniken, Teil 3

•Die Anhänge, Teil 12: Am Ende der Reise

Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere (Blu-ray)

Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere (Blu-ray)

Warner Home Video

VÖ: 23.04.2015

 

Wertung: 8/12

 

Mehr als anderthalb Jahrzehnte hat Peter Jackson für Mittelerde gelebt und jetzt findet dies alles mit „Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere“ ein Ende. Dies ist er nun, der Abschluss der neuen Trilogie und insgesamt wird damit das Tolkien Universum zu den Filmakten gelegt. Während „Eine unerwartete Reise“ noch der Einführung diente, die nicht ganz frei von etwas Klamauk war, „Smaugs Einöde“ die Geschichte dramaturgisch aufbaute, ist „Die Schlacht der fünf Heere“ nun ein Gemetzel und eine kolossale Kriegsschlacht. Dies alles kann man nun noch mal auf DVD und Blu-ray erleben, vielleicht sollte man aber auch die Extended Edition abwarten, mit der Ende des Jahres zu rechnen ist. Die 144 Minuten – und hier muss man auch noch mal 13 Minuten Abspann herausrechnen – lassen doch die eine oder andere Frage ungeklärt.

 

Nachdem die Zwerge unbeabsichtigt dafür gesorgt haben, dass der Drache Smaug aus dem Schlaf geholt und befreit wurde, macht sich dieser auf in Richtung Seestadt. Es kommt, was kommen musste: Smaug brennt Seestadt nieder und nimmt den Menschen somit ihr ganzes Hab und Gut. Bard ist es, der den Drachen schließlich mit Hilfe seines Sohns und einem Kunstschuss erlegen kann. Doch damit wird erst neuer Ärger heraufbeschworen, weil neben den Zwergen auch die Elben und Menschen ihre Ansprüche auf den Schatz im Berg anmelden. Ein Krieg scheint unvermeidbar. Thorin ist gar besessen von dem Gedanken, dass ihm einer den Goldschatz streitig machen könnte. Selbst das rechtmäßige Eigentum der Elben will er nicht herausgeben und lieber in den Krieg gegen Thranduil und sein Heer ziehen. Zudem hat Thorin den Arkenstein immer noch nicht gefunden und vermutet Verrat unter seinen eigenen Leuten. Menschen, Elben und Zwerge würden aber besser eine Allianz bilden, denn unter der Führung von Azog macht sich ein riesiges Ork-Heer auf den Weg zum Berg...

 

Die Ausgangssituation des sechsten und letzten Teils ist soweit klar, nur wie würde Regisseur Peter Jackson damit umgehen? Die Buchvorlage – und das ist ja immer wieder der größte Kritikpunkt – liefert da einfach nicht genug Stoff für drei Filme. Die abschließende Schlacht ist dort sicher auch nicht so bombastisch und episch angelegt. Jackson wählte den spektakulären Weg und so besteht ein Großteil von „Die Schlacht der fünf Heere“ eben aus Kampfszenen. Zu keiner Zeit kann das aber an die epischen Schlachten und die bedrohliche Atmosphäre aus „Herr der Ringe“ anknüpfen. Hier lässt einen das vergleichsweise kalt. Immerhin kann Jackson die Konflikte der Elben und Zwerge gut herausarbeiten. Thranduil und Thorin geben dem Ganzen ein Gesicht. Aber eben auch nur diesen beiden. Die übrigen Elben spielen keine Rolle und auch die Zwerge bleiben blass. Es ist über die komplette Distanz der drei Filme einfach nicht gelungen die Zwerge charakteristisch jeweils so darzustellen, dass auch ein ungeübter Zuschauer jene auseinanderhalten kann. Das Schicksal des Einzelnen lässt einen als Zuschauer ziemlich kalt.

 

Es sind die altbekannten Figuren wie Gandalf, Legolas, Galadriel, Saruman oder Elrond die, wenn auch teilweise nur kurz, für einen Aha-Effekt und Wiedererkennungswert sorgen. Für Fans gibt es sowieso ein paar liebevolle Anspielungen und der Schluss lädt regelrecht dazu ein direkt „Die Gefährten“ zu gucken. Etwas hanebüchen wird es allerdings, wenn Thranduil Legolas rät einen gewissen Streicher zu suchen. Die Geschehnisse hier spielen sich immerhin 60 Jahre vor „Herr der Ringe“ ab und dort wirkt besagter Streicher noch nicht wie ein alter Mann.

 

Bilbo spielt in „Die Schlacht der fünf Heere“ im Grunde nur eine untergeordnete Rolle, dafür sind die Geschehnisse aber auch zu rasant und die Spielzeit mit etwas mehr als 130 Minuten in dieser Kinofassung knapp bemessen. Die beiden Orks Azog und Bolg nehmen dafür eine sehr präsente – auch physisch – Funktion ein. Überhaupt wurde sich bei der Ausgestaltung sehr viel Mühe gegeben. Die Trolle sind schon beeindruckend, ebenso die Adler. Manchen Szenen sieht man zwar die Unnatürlichkeit deutlich an – man denke dabei nur an Legolas, wie er auf der zusammenkrachenden Brücke von Stein zu Stein springt – aber dadurch wird es ja nicht minder beeindruckend.

 

Das Bild dürfte so ziemlich zum Besten gehören, was der Blu-ray Markt momentan so hergibt. Die Schärfe und Detailzeichnung erlebt man so extrem sicher ganz, ganz selten. Diese Plastizität schießt wirklich den Vogel ab, besser geht es nicht. Die Auflösung ist atemberaubend perfekt. Ein Bildrauschen ist nicht zu erkennen und auch der Schwarzwert lässt keine Schwächen erkennen. Selbst als die Schlacht in vollem Gange ist, meint man noch jedes noch so kleine Detail und jede Einzelheit glasklar erkennen zu können. Man ist da geneigt zu sagen, dass eine 4k-Wiedergabe nicht besser sein könnte. Chapeau!

 

Der Sound ist – wie könnte es auch anders sein?! - nicht minder phantastisch. Man meint zu Beginn den Lufthauch der Flügelschläge von Smaug zu spüren, so real klingt das. Und das Feuerspektakel ist unbeschreiblich. Der wuchtige Raumklang – die Speaker arbeiten auf Hochtouren – lässt kein Verzerren aufkommen. Natürlich ist die Schlacht für allerlei Brimborium gut und wenn da Felsbrocken brechen oder krachen, dann zieht man unweigerlich auch auf der Couch den Kopf ein. Es sind aber - wie so oft - die Feinheiten die das Besondere ausmachen. Ein leichter Luftzug, ein Flügelschlag, ein Echo – gerade die ruhigen Momente lassen diese Blu-ray in Bezug auf den Ton zu einer Referenz werden.

 

Auf der ersten Disc ist das Bonusmaterial logischerweise sehr kurz und dabei geht es erneut um den wunderschönen Schauplatz dieser Trilogie: Neuseeland. Der Rest des Bonusmaterials ist dann auf einer weiteren Disc zu finden. Peter Jackson lässt es sich auch hier nicht nehmen die Leute, die im Film nicht unbedingt eine große Rolle einnehmen, mal ihre Sicht der Dinge schildern zu lassen. Trotz aller Professionalität kommt dabei immer wieder der familiäre Umgang miteinander zum Vorschein. Das wirkt nicht aufgesetzt und auch nicht gespielt, sondern ist authentisch. Ebenfalls wird im Bonusmaterial eine Verbindung von „Der Hobbit“ zu „Herr der Ringe“ hergestellt. Der übliche Blick hinter die Kulissen darf natürlich auch nicht fehlen. Das Musikvideo „The Last Goodby“ - übrigens gesungen von Billy Boyd (Pippin) – darf dann auch noch bewundert werden. Mehr Material gibt es wohl dann auch auf der Extended Edition.

 

Fazit: „Die Schlacht der fünf Heere“ beendet nun auch die Hobbit Trilogie. Aus technischer Sicht ist das eine erstklassige Blu-ray. Das Bild darf durchaus als Referenz gesehen werden. Der Ton ist ebenso beeindruckend und sehr gut. Die Geschichte wird zwar würdig beendet, allerdings bleiben die Figuren doch sehr oberflächlich. Das Ende ist nicht ganz so episch wie man es von „Der Herr der Ringe“ kennt. In dieser Kurzfassung rangiert „Die Schlacht der fünf Heere“, nimmt man alle sechs Teile zusammen, ganz hinten, aber ein Teil muss da ja landen. Peter Jackson hat Mittelerde über anderthalb Jahrzehnte ein beeindruckendes Gesicht gegeben und dabei hieß es doch immer, dass man die Bücher nicht verfilmen könnte.

 

Text: Torsten Schlimbach

 

TECHNISCHE DATEN BLU-RAY 3D™/BLU-RAY™

Spieldauer: 144 Minuten ▫ Altersfreigabe: ab 12 Jahren ▫ Bildformat: 2.40:1 (16:9) ▫ Audio: DTS-HD Master Audio: Englisch 7.1, Deutsch 7.1; Dolby Digital: Spanisch 5.1 (nur 2D) ▫ Untertitel: Portugiesisch,  Dänisch, Finnisch, Schwedisch, Norwegisch, Isländisch, Spanisch (nur 2D), Hebräisch (nur 2D), Arabisch (nur 2D) ▫ Untertitel für Hörgeschädigte: Deutsch, Englisch

SPECIALS BLU-RAY 3D™/BLU-RAY™

  • Die Zusammenstellung der fünf Heere
    Wir erleben wie jedes der Heere konzipiert und für die Leinwand umgesetzt wurde, der Fokus liegt dabei auf den besonderen Charakteren des jeweiligen Heers.

  • Mittelerde: Ein Abschluss
    Wir blicken zurück auf die sechs Spielfilme aus dem Blickwinkel der Charaktere, Schauspieler und der Filmemacher, die über den Zeitraum von 17 Jahren an der epischen Saga gearbeitet haben.

  • „Ein letzter Abschied“ Musikvideo

  • Neuseeland: Heimat von Mittelerde™, Teil 3

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Der Hobbit: Smaugs Einöde (Blu-ray 3D + Blu-ray + Specials)

Der Hobbit: Smaugs Einöde (Blu-ray 3D + Blu-ray + Specials)

Warner Home Video

VÖ: 11.04.2014

 

Wertung: 10/12

Tipp!

 

Als „Der Hobbit“ 2012 endlich im Kino anlief, wurden die Lichtspielhäuser gestürmt und danach gab es bei so manchem Fan der Trilogie „Der Herr Der Ringe“ ein langes Gesicht. Man hatte sich auf ein weiteres episches Werk aus Mittelerde von Peter Jackson gefreut, was dann allerdings in letzter Konsequenz überhaupt nicht umgesetzt wurde – nicht umgesetzt werden konnte. „Der Hobbit“ ist mit seinen knapp 400 Seiten im Vergleich zu J.R.R. Tolkiens epochalem „Der Herr Der Ringe“-Meisterwerk ja sowieso eine dünne Romanvorlage und dann ja auch noch als Kinderbuch angelegt. „Eine Unerwartete Reise“ konnte die Erwartungen somit nicht erfüllen und der Film hatte durchaus einige langatmige und langwierige Passagen zu überstehen und die kleinen Slapstickeinlagen hatten mit der gewohnten Düsternis von Mittelerde nichts am Hut. Mit „Smaugs Einöde“ wird dieses Bild nun aber korrigiert und Jackson kehrt zu seiner alten Form zurück.

 

Die Version für alle Heimkinofreunde darf man unter technischen Gesichtspunkten durchaus als Referenzwerk bezeichnen. Vielleicht ist es momentan sogar das Referenzwerk schlechthin. Man wird auf dem Markt kaum bessere Blu-rays finden. Wer hier einen Fehler entdeckt, hat vermutlich eine Fehlpressung erwischt. Kann es in dieser Hinsicht überhaupt die perfekte Blu-ray geben? „Smaugs Einöde“ ist es! Das Bild ist über die gesamte Distanz – und wir reden hier immerhin von 161 Minuten – perfekt. Nicht nahezu perfekt, sondern wirklich perfekt! Ein Novum. Die Farben sind brillant, der Schwarzwert tadellos und auch die Kontrastwerte sind optimal. Graining und Körnchenbildung gehören hiermit der Vergangenheit an. Jedes noch so kleine Detail und jede noch so unwichtig erscheinende Nuance ist visuell perfekt umgesetzt und eingefangen worden. Im 2.40:1 - 16:9 Format werden hier Maßstäbe gesetzt, die jedem HD-Nerd Tränen der Freude in die Augen treiben werden. So und nicht anders!

 

Der Sound ist ebenfalls hervorragend! Dies trifft auch auf die deutsche Synchronisation zu, auch wenn man den Drachen Smaug tatsächlich mit originalem Ton hören sollte! Die 7.1 DTS-HD Master Audio-Tonspur dürfte da kaum Wünsche offen lassen. Die dialoglastischen Szenen sind klar und deutlich: kein Rauschen, kein Kratzen und kein Übersteuern ist da zu hören. Der Raumklang ist schon atemberaubend. Wenn man hier etwas bemängeln will, dann würde man sich an der einen oder anderen Stelle vielleicht wünschen, dass die satten Bässe nicht überdrehen - der Fokus wurde einfach zu sehr darauf gelegt - aber dies gehört ja mittlerweile bei derartigen Produktionen und im Hinblick auf die technische Heimkinoausstattung der deutschen Wohnzimmer zum guten Ton. Letztlich bleibt dies Geschmackssache. Alles in allem ist der Ton aber sicher auch unter Referenzwerk zu verbuchen.

 

Bild und Ton setzen Maßstäbe und auch die Aufmachung im dicken Amaray-Case steht da kaum hinten an. Leider hat man es verpasst dieser Reihe ein einheitliches Bild zu verleihen, denn der Pappschuber des ersten Teils hat man offensichtlich schlichtweg vergessen. Für Nerds ist es aber sicher nicht unerheblich, dass „Smaugs Einöde“ nun mit einem Wendecover geliefert wird und das hässliche FSK-Logo damit in den Innenteil verbannt werden kann. Schön, dass die Macher da mitgedacht haben!

 

Mit dem Bonusmaterial kann man sich auch noch recht lange beschäftigen und Fans kommen da voll und ganz auf ihre Kosten. Auf der Blu-ray Disc gibt es den zweiten Teil von „Neuseeland: Heimat von Mittelerde“. Hier dürfen die Darsteller über sieben Minuten noch mal ihre ganze Begeisterung über diesen einzigartigen Drehort zum Ausdruck bringen und wie viel Freude so ein Helikopterflug doch bereiten kann, wird da dem Zuschauer auch noch mal sehr plastisch vor Augen geführt. Die Video Blogs, die man schon von „Eine Unerwartete Reise“ her kennt, werden auf eine sehr aufschlussreiche, bisweilen auch lustige Art und Weise fortgesetzt. Zu sehen (und hören) gibt es nun Teil 11 bis 14. Ein Trailer und weiteres tiefergehende Material über den Hobbit liefern Blicke hinter die Kulissen und die Arbeiten an diesem Großprojekt. In dieser Fülle hat man es auch hier erneut mit einem Premiumprodukt zu tun!

 

Wer nur an den technischen Details für eine Kaufentscheidung interessiert ist, sollte jetzt nicht mehr weiter lesen, denn man kann auf „Der Hobbit: Smaugs Einöde“ inhaltlich nicht eingehen, ohne dass der eine oder andere Spoiler dabei ist. Es ist schön, wenn Bild, Ton und Bonusmaterial nahezu perfekt umgesetzt wurden, wenn dann aber die eigentliche Geschichte nicht mithalten kann, dann ist dies ja auch irgendwie Käse. Es dürfte auf der Hand liegen, dass die Romanvorlage, die nun immerhin auf acht Stunden gestreckt wird, im Grunde recht frei interpretiert wird. Daran mögen sich die Tolkien-Jünger ganz sicher stören, dem filmischen Genuss tut dies mitunter aber keinen Abbruch. Es ist ja bekannt, dass sich Jackson mit „Der Hobbit“ seine eigene Mittelerde-Welt aus Vorlage, völlig frei erfundenen Handlungssträngen und den Anhängen von Tolkien gebastelt hat. Und ja, hin und wieder hat das mit Tolkien dann auch nur noch am Rande zu tun und kann durchaus als Anbiederung beim Mainstreamkinopublikum verstanden werden.

 

Der Charakter der Elbin Tauriel ist frei erfunden und die angedeutete Liebesgeschichte zwischen ihr, Legolas, der im Buch nicht vorkommt, aber von Jackson an dieser Stelle wieder eingeführt wird und dem Zwerg Kili muss man nicht haben. Braucht man nicht wirklich und man könnte jetzt anführen, dass Tauriel in dieser Form nie und nimmer von Tolkien erdacht worden wäre. Legolas wieder von der Leine zu lassen ergibt da schon mehr Sinn, denn immerhin ist er der Prinz der Waldelben und dem Finsterwald und dieser Ort nimmt immerhin eine zentrale Rolle ein. Trotzdem lässt sich nicht wegdiskutieren, dass Legolas natürlich auch aufgrund der zahlreichen Actionszenen als weiterer Unterhaltungswert wieder dabei sein musste. Dies ist mitunter aber auch ein kleiner Schwachpunkt der Handlung, denn wenn er auf der eigentlich epischen Eichenfässerfahrt der Zwerge auf deren Köpfe rumturnt, um ein paar Orks abzuschießen, dann wirkt das doch sehr billig und unnatürlich. Das ist man zwar schon aus dem zweiten Teil von „Der Herr Der Ringe“ von Legolas gewohnt, aber hier hat es Jackson eindeutig übertrieben.

 

Worum geht es wirklich? Die Gemeinschaft der Zwerge und Bilbo macht sich nach kurzem Halt beim Hautwechsler Beorn auf die Reise zum Berg Erebor. Dort bewacht der riesige Drache Smaug den Zwergenschatz. Die Gruppe hat es aber insbesondere auf den Arkenstein abgesehen, wofür sie wiederum auf die Dienste des Meisterdiebs setzen – dem Hobbit Bilbo. Dieser Edelstein wird allerdings von dem riesigen Drachen Smaug bewacht. Der Zwergenprinz Thorin sieht den Arkenstein wiederum als den Schlüssel für den Königsthron. Auf der Reise dorthin muss die Gruppe durch den Düsterwald, da ein anderer Weg wenig Aussicht auf Erfolg verspricht. Sie müssen sich dort gefährlicher Riesenspinnen erwehren und auch die Waldelben scheinen unberechenbar zu sein. Auf die Hilfe von Zauberer Gandalf kann die Gruppe nicht bauen, da er sich in der alten Festung Dol Guldur einer bösen Macht aus längst vergangenen Tagen stellen muss. An diesem Schauplatz wird dann auch erstmals eine Verbindung zu „Der Herr Der Ringe“ gestellt, da sich dort Sauron Gandalf offenbart. Auch dem Ring, den Bilbo bei sich trägt, kommt eine viel größere Bedeutung als in der Romanvoralge zu.

 

Der Film steht und fällt mit dem Drachen Smaug und der beeindruckenden Seestadt. Erst im letzten Drittel nimmt man dann auch den Namensgeber dieser Reihe wahr: den Hobbit Bilbo. Vorher verliert sich die Handlung bisweilen etwas zu sehr in den Actionszenen und den Geschehnissen drum herum und Bilbo kommt da etwas zu kurz. Wie er sich aber mit dem Drachen belauert und in den Dialog mit selbigem einsteigt, ist schon die ganz hohe Schauspielkunst. Gerade Smaug wurde großartig konzipiert. Man hat da nicht nur ein einfaches Monster erschaffen, sondern ein durchtriebenen und böswilligen Charakter. Großartig! Der Cast ist sowieso gut gewählt. Orlando Bloom und Martin Freeman sind sowieso eine Bank, aber auch Evangeline Lilly macht als Elbin Tauriel eine gute Figur . unabhängig davon, ob man diesen Charakter nun mag oder nicht oder ob dieser für die Handlung zielführend ist. Auch Richard Armitage als Thorin kann seiner Figur nun mehr Facetten verleihen.

 

Fazit: „Smaugs Einöde“ bringt nun als zweiter Teil der Hobbit-Trilogie wesentlich mehr Elemente aus Mittelerde mit ein, wie man sie aus „Der Herr Der Ringe“ gewohnt ist. Peter Jackson hat sich da wieder seine eigenen Welt und Geschichte zusammengebaut, die sich hin und wieder nur lose an die Vorlage von Tolkien hält. Auf der anderen Seite werden hier die ersten Zusammenhänge erklärt und gezeigt, die eben zu seinem bildgewaltigen Epos führten. Die ganze Atmosphäre ist nun wesentlich düsterer und auch, wenn dies nicht ganz an die epische „Der Herr Der Ringe“ Filmsaga heranreicht, ist dies schon nahe dran. Die kleinen Anbiederungen an das Mainstreamkinopublikum und die Blockbuster der Traumfabrik kann man da durchaus – und das auch noch gerne – in Kauf nehmen. Gerade das Bild ist das Referenzwerk auf dem hart umkämpften Blu-ray Markt. Auch der Ton setzt Maßstäbe und beim Bonusmaterial gibt es naturgemäß nichts zu meckern, denn das ist gewohnt umfangreich ausgefallen. Zur Überbrückung bis zum finalen dritten Teil ist diese Blu-ray mehr als geeignet, gleichwohl einen der Cliffhanger zum Schluss um den Verstand bringt. Einziges Manko: wer es auf die Extended Version abgesehen hat, muss wohl bis zum Weihnachtsgeschäft warten!

 

www.facebook.com/DerHobbit.DerFilm.de

 

Text: Torsten Schlimbach

 

Lauflänge: ca. 161 Min.
Altersfreigabe: ab 12 Jahren
Bildformat: 16:9 (2.40:1)
Tonformat/Sprache: DTS-HD Master Audio: Deutsch 7.1, Englisch 7.1; Dolby Digital: Spanisch 5.1 (nur 2D)
Untertitel für Hörgeschädigte: Deutsch, Englisch
Untertitel: Dänisch, Schwedisch, Norwegisch, Finnisch, Isländisch, Portugiesisch, Spanisch (nur 2D), Arabisch (nur 2D), Hebräisch (nur 2D)

 


Specials Blu-ray 3D™ und Blu-ray™ (alle Specials in 2D):

• PETER JACKSON LÄDT SIE AUF DAS SET EIN
Wir erleben mit, welche Voraussetzungen und Probleme den Dreh beeinflussten, begleiten den Regisseur durch den Düsterwald, nach Seestadt und Thal, wo die intensivsten Schlüsselszenen des Films entstanden.

• PRODUKTIONSVIDEOS
Videoblogs führen uns hinter die Kulissen, wenn Szenen gedreht und mit Musik unterlegt werden.

• NEUSEELAND: HEIMAT VON MITTELERDE, TEIL 2
Wir reisen mit Peter Jackson und seinem Team zu den atemberaubenden neuseeländischen Schauplätzen, die von den Filmemachern in Mittelerde verwandelt wurden.

• MUSIKVIDEO: “I SEE FIRE“
Ed Sheerans wunderschöne Themensong aus dem Film wird durch dieses intime Musikvideo bebildert.

• TRAILERGALERIE

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